Wirtschaft und Bildung in der Pandemie

Bei meinem zweiten Besuch bei Prof. Stefan Mecheels, CEO der Hohenstein Institute in Bönnigheim, wurde ich von dem Bundestagsabgeordneten Dr. Jens Brandenburg MdB (FDP) begleitet. Brandenburg ist Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. Leider konnte pandemiebedingt kein Rundgang durch die Institute stattfinden. Prof. Stefan Mecheels erkundigte sich bei mir, wie der Wahlkampf im Lockdown denn sei, worauf ich ihm sagte, dass ich bewusst Abstand halte zu ausschließlich digitalen Veranstaltungen, weil mir das persönliche Gespräch lieber ist.

Die Hohenstein Institute sind als mittelständisches Forschungsunternehmen weltweit tätig. Großes Potential sieht darin der Forschungspolitiker Brandenburg: „Die deutsche Forschungsförderung ist viel zu einseitig auf große Forschungsgesellschaften ausgerichtet. Dabei fallen kleine, oft dynamischere Akteure durch das Raster.“ Um wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in die Anwendung zu bringen, solle die Bundesregierung Kooperationen zwischen Hochschulen und mittelständischen Unternehmen viel gezielter fördern. Um Arbeitsplätze in der Region zu erhalten, sei im weltweiten Wettbewerb auch der Abbau bürokratischer Hürden und hoher Steuerlasten wichtig.

Ich fragte nach den verschiedenen Ausbildungsberufen bei den Hohenstein-Instituten. Die Stärkung des beruflichen Bildungssystems liegt mir sehr am Herzen, da ich in einem großen Unternehmen für die Bereiche Ausbildung und Fortbildung zuständig und bundesweit tätig bin. Ich gehe auch zur Nachwuchsgewinnung in Schulen, um das Berufsbild des Kraftfahrers vorzustellen: „Um unsere duale Ausbildung beneiden uns viele Länder und informieren sich bei uns.“ Bei den Freien Demokraten engagiere ich mich mit meiner „Politik für den Menschen“ – so auch an der Parteibasis als langjähriger Vorsitzender des FDP Ortsverbandes. Wir waren uns einig, dass heute zu wenige Politiker die Lebenswirklichkeit der Bürger durch eigene berufliche Erfahrung kennen. „Vor allem sitzen in allen Gremien von den Kommunalen bis in den Landtag und Bundestag zu wenige Unternehmer und Wirtschaftsfachleute“, ergänzte Mecheels.

Die Hohenstein Institute, ein Familienbetrieb in 3. Generation, sind akkreditiertes Prüflabor und Forschungsdienstleister. Sie fertigen textiltechnologische und chemische Prüfungen nach Standards an, zertifizieren gewerbliche Textilpflege, prüfen und entwickeln Passform von Bekleidung in 3D-Technik, erledigen Schadstoffprüfungen mit Umweltmanagement, um nur einige der Bereiche des breitgefächerten Leistungsspektrums zu nennen. Mittlerweile sind etwa 1000 Mitarbeiter weltweit in allen bedeutenden Produktions- und Einkaufsregionen für Textilien tätig.

Dr. Brandenburg und ich teilten mit Prof. Mecheels die Sorge um den Wirtschaftsstandort Deutschland, der durch die teilweise existenzgefährdeten Rückgänge und Insolvenzen bei großen und kleineren Unternehmen sowie Selbstständigen großen Umbrüchen ausgesetzt ist. Der Firma Hohenstein Institute wünschten wir alles Gute für ein Durchstehen der Pandemie und beim anstehenden bereits vorbereiteten Generationenwechsel.