Sersheim wünscht sich Verbesserungen beim ÖPNV

Bürgermeister Scholz (links im Bild) und Roland Zitzmann mit freundlichen Hinweis zur Einhaltung der „AHA-Regel“: Abstand halten – Hygieneregeln beachten – Atemmaske und:  wenn möglich bitte so gut lüften wie im Sitzungssaal des Sersheimer Rathauses
Bürgermeister Scholz (links im Bild) und Roland Zitzmann mit freundlichen Hinweis zur Einhaltung der „AHA-Regel“: Abstand halten – Hygieneregeln beachten – Atemmaske und: wenn möglich bitte so gut lüften wie im Sitzungssaal des Sersheimer Rathauses

Meine Rundreise durch den Wahlkreis führte mich jetzt in die Mettertalgemeinde Sersheim, meinen Nachbarort. Bürgermeister Jürgen Scholz nahm sich ausführlich Zeit, um mich über die wichtigsten Themen des Ortes auf den aktuellen Stand zu bringen. Schon in den letzten Jahren war ich durch meine Ortsverbandsarbeit häufig in Sersheim zu Terminen, und so konnte Bürgermeister Scholz den Gedankenaustausch gleich nahtlos fortsetzen.

 

Angesichts der sehr stark ansteigenden Infektionszahlen ist die Corona-Situation in Gemeinde und Land für jede Verwaltung eine Herausforderung. Das Land versuche sicherlich, so gut zu helfen wie möglich, aber vor Ort müssen wir „die Probleme mit Bordmitteln beheben“ so Scholz, der im Dezember diesen Jahres sein 30-jähriges Dienstjubiläum als Bürgermeister feiern wird.

 

Die Auswirkungen der Pandemie treffen den Gemeindehaushalt. Von Gewinnabführungsverträgen betroffen würde sich der Sersheimer Bürgermeister mehr Europäische Koordination bei steuerlichen Regelungen für Unternehmen wünschen. Eine Veränderung dahin, dass mehr Steuern am Wertschöpfungspunkt fällig werden sollten und nicht nur am oftmals fernen Konzernsitz. Als Vaihinger Gemeinderat stimme ich mit Jürgen Scholz darin überein, dass auch das Land nicht jeden Wegfall von Gewerbesteuer voll umfänglich kompensieren kann und dass die Folgejahre 2021 und 2022 für die kommunalen Haushalte die eigentlich schwierigen werden.

 

Jürgen Scholz kann bekanntlich beim Thema Nahverkehr sehr emotional werden. Auf das Verkehrskonzept des grünen Landesverkehrsministers Hermann angesprochen kann der Sersheimer Schultes seine berechtige Verärgerung nicht mehr zurückhalten. Von Totalversagen und Bürgerferne der grün-schwarzen Landesregierung ist die Rede und das teilweise leere Parkhaus am Vaihinger Bahnhof und leere Parkflächen am Sersheim Bahnhof beweisen, dass die Pendler hier längst für sich entschieden haben. Die Corona-bedingte Notwendigkeit von Homeoffice komme da vielen mehr als gelegen, der Bahn leider den Rücken zuzuwenden.

 

Meine Meinung ist klar: „Hier muss der nächste Landtag ab 2021 entschieden gegensteuern .Dass unter einer grün geführten Landesregierung der ÖPNV derart unattraktiv werden würde, ist ein Schlag ins Gesicht aller, die sich seit Jahren bemühen, umweltbewusst am Verkehr teilzuhaben.“

 

Mit einiger Zufriedenheit blickt Scholz allerdings auf das im Ort Erreichte. Gemeinsam mit dem Gemeinderat, der in enger Zusammenarbeit mit der Verwaltung Herausragendes für die Entwicklung des Ortes leiste, wurden viele Baumaßnahmen bereits umgesetzt oder befinden sich derzeit in der Realisierung. Von wichtigen Klausurtagungen und fruchtbaren Diskussionen zwischen Verwaltung und den Bürgervertretern berichtet Scholz. Aber: entscheidend sei für ihn, was hinten rauskommt - dass sich also Positives für den Ort und seine Bürger umsetzen lässt. Die Modernisierung der Talstraße, des Marktes oder die im Frühjahr anstehenden Entscheidungen zur Quartiersentwicklung „Vaihinger Straße“ nennt Scholz beispielhaft.

 

Ebenso wichtig ist ihm aber auch, dass die Gemeinde mit erheblichem finanziellen Aufwand von mehreren Millionen Euro weiteren Wohnraum im Ort geschaffen hat. Darunter sind auch mehrere Wohnungen, die zu sozialverträglichen, reduzierten Mieten über einen mit dem Gemeinderat vereinbarten Verteilschlüssel an sozial schwächere Familien vergeben werden. „Doch der Bedarf ist leider erheblich größer als das Angebot, das wir machen können,“ so Jürgen Scholz.