Landwirtschaftstag mit Dr. Hermann Otto Solms

Landtagskandidat Roland Zitzmann besucht landwirtschaftliche Familienbetriebe

 

Ein von Kreisrätin Helga Eberle gut vorbereitetes Programm führte Dr. Solms, der bis 2013 Mitglied der FDP Fraktion und Vizepräsident des deutschen Bundestages war, auf Einladung von FDP Landtagskandidat Roland Zitzmann in drei ökologische, landwirtschaftliche Betriebe in Sachsenheim im Wahlkreis 13.

 

Zur ersten Station bei Martin und Marcus Schmid und ihren Familien in Kleinsachsenheim konnte eine große Runde Interessierter die verschiedenen Geschäftsfelder besichtigen, die seit der Aussiedlung des Hofes1988 entwickelt wurden. Beeindruckend ist der Fuhrpark des landwirtschaftlichen Lohnunternehmens, das im Raum von Heilbronn bis Stuttgart von der Saat bis zur Ernte mit Großgerät arbeitet, z.B. mit vier Mähdreschern, Rübenrodern, einem Maishäcksler mit 10 Metern Schnittbreite und Geräten für die Hackschnitzelproduktion der Forstunternehmer.

Das zweite Standbein des mittelständischen Unternehmens ist der intensive Anbau von Spargel und Erdbeeren von März bis Juni mit Eigenvermarktung über Rewe und Hofladen, Restaurants und Privatabnehmer.

Die große Biogasanlage schließlich wird mit Mais- und Heusilage sowie Gülle von Nachbarlandwirten betrieben und liefert neben Strom Wärme für 500 Wohneinheiten in Kleinsachsenheim. Heftig diskutiert wurde das Ausbringen der Endprodukte der Biovergärungsanlage Bietigheim auf die Felder. “Mit Restpartikeln von Plastik und anderen Verunreinigungen ist dies nicht für unsere Sonderkulturen geeignet“, stellte Martin Schmid fest. Zur Frage: “Was kommt, wenn nach 20 Jahren die Förderung durch das EEG ausläuft?“ waren sich Dr. Solms und Roland Zitzmann einig: “Windkraft ist abhängig von Wind, Solarenergie von der Sonne, Biogasenergie ist unabhängig und steuerbar, generell muss in die Speicherung investiert werden.“

 

Zur zweiten Station, der Schafzucht von Nebenerwerbslandwirt Hans-Peter Schuhmacher in Sachsenheim-Ochsenbach, war Anette Wohlfahrt, die Geschäftsführerin des Landesschafszuchtverbandes BW e.V. gekommen. Sie nutzte die Gelegenheit, über die Probleme bei der Rückkehr des Wolfes in den Naturpark Stromberg zu informieren. Schuhmacher lässt seine Schafherde, hauptsächlich Suffolk-Schafe, auf den Streuobstwiesen rings um Ochsenbach weiden. In sehr kalten Wintertagen werden hochtragende Schafe und frisch abgelammte Muttertiere mit ihren Lämmern vorübergehend im Schafstall untergebracht, kleine Lämmer werden schon mal mit der Flasche aufgezogen. Die sorgsame Schafhaltung macht sich vor allem in der hervorragenden Qualität des Fleisches bemerkbar und dient zudem der nachhaltigen Landschaftspflege. Der Mehrgenerationen- Familienbetrieb hat drei Lammperioden – Ostern, Sommer und Weihnachten – und vermarktet die Lämmer hauptsächlich über Restaurants und engagiert sich im Tourismus. Ein kritisches Thema ist der Wollpreis, der, obwohl es eine Schafschurpflicht gibt, niedriger liegt als der Arbeitslohn für die Schafschur. Schafwolle wurde bei der Aufzählung der landwirtschaftlichen Produkte, die EU-förderungswürdig sind, schlicht vergessen. Die anwesenden Politiker Dr. Solms, Dr. Weng (Gerlingen) und Roland Zitzmann versprachen, bei dem Europaabgeordneten der FDP Alexander Lambsdorff, nachzufragen.

 

 

Das dritte mittelständische Unternehmen ist an diesem Tag das Naturparkhotel-Landgasthof Stromberg in Ochsenbach von Familie Gemrig. Thorsten Gemrig arbeitet erfolgreich mit Martin Schmid und Hans-Peter Schuhmacher zusammen. „Spargel und Wein“ oder „Frühlingserwachen“ mit Spezialitäten vom Kirbachtaler Lamm heißen z.B. die Events. „Dass bei uns zu 90% regionale Produkte verwendet werden, hat uns bereits Preise gebracht“, berichtet die Junior-Chefin Linda Gemrig. „So viel unternehmerisches Engagement verdient politische Unterstützung“, schloss Roland Zitzmann den informativen Tag.  

Kommentar schreiben

Kommentare: 0